Monika Meinold

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 jump 2020





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Abbildungen bitte anklicken

Objektzeichnungen/2020, zur Zeit 4teilig

Drehfunktion; Handantrieb, Bleistift/Acryl auf MDF Platte, je Ø 60 cm




Erläuterungen zur Objektzeichnung JUMP 2020

 

Die bisher vier Objektzeichnungen, sind Teile einer Objektarbeit mit dem Titel JUMP 2020. Zugleich sind sie aber Teile eines größeren Projektes. Die geplante 12teilige Arbeit JUMP 2020 wird bis Ende des Jahres 2020 von mir beendet werden.

Jedes Drehscheibenobjekt kann für sich stehen und deshalb auch einzeln präsentiert und betrachtet werden. Die Zusammenschau der Zeichnungen in Gruppen oder später als abgerundetes Projekt ist jedoch das beabsichtigte Angebot den Blick noch zu vertiefen und zu erweitern. Die JUMP- Objekte passen sich jeder räumlichen Situation an und sind hierdurch variabel bezüglich ihrer Präsentation.

Zu Beginn des Jahres bin ich über das Internet rein zufällig auf den Paderborner Dom mit seinem bekannten Dreihasenfenster gestoßen.

Da ich mich zuvor schon mit der Kreisform (Link: rise and fall) beschäftigt hatte, kam mir hierdurch die Idee, eine Variationsreihe diesbezüglich zu entwickeln.

Auf den ersten Blick wird dem Betrachtern wohl nicht sofort das Hasenmotiv ins Auge springen. Mit Abstand ist die Betrachtung eine ganz andere. Die im malerischen Stil aufgebaute Zeichnung auf den Scheiben, erinnert an eine freie Darstellung unterschiedlicher Wolkenformationen.

Wer sich auf die Betrachtung einlässt nimmt nach und nach Hasenkörperteile und springende Hasen wahr. Mir ist die Auflösung realistischer Abbildungen - hier der Hasen - ein wichtiges Stilelement. Ich habe es nicht bewußt konzipiert, es entspricht vielmehr meiner Arbeitsweise des Suchens, Erfassens, aber nicht festen Festhaltens.

Die Hasen springen in vielfältiger Weise: es geht rein und raus aus dem Kreis, hin und her, zielgerichtet oder konfus: die gleichen Hasen in jeder Zeichnung, aber in jeder Zeichnung neu erhascht.

Anfang 2018 begann ich an drehbaren Objektzeichnungen zu arbeiten. Dem vorausgegangen war eine Phase mit überwiegend quadratischen Formaten, welche sich schließlich auch drehen ließen, um die Perspektive uneindeutiger und vielfältiger zu machen.

Das Drehmoment ist für mich aus zwei Aspekten wesentlich. Zum einen geht es um den Vorgang des Suchens: es spiegelt den Prozess des Suchens und fordert auch zum aktiven Suchen auf. Es geht darüber hinaus um den Vorgang des Beendens: ich möchte damit die Frage nach dem faktischen Abschluss der Zeichnung im Raum stehen lassen.

Ganz ohne begrenzende Rahmung arbeite ich dennoch nicht: diese gebe ich mir durch die selbstgewählte Aufgabe von zwölf Objektzeichnungen als einem Gesamtprojekt für 2020 vor. Die Zahl 12 habe ich gewählt, da sie bezüglich der Kreisform das Raum-Zeit-Kontinuum betont, wie z.B. die 12 Monate des Jahres, des Tages und der Nacht.

Meine Arbeitsweise ist ein offener Prozess. Ich führe Stift und Pinsel suchend über das Papier. Manchmal scheine ich mit meiner Suche ein Ende erreicht zu haben. Oft verwerfe ich dann diesen Ent- und Abschluss und überarbeite die Zeichnung erneut und ein neuer Weg eröffnet sich. Diese Wendungen fesseln mich selber. Fesseln klingt vielleicht für einen offenen Prozess widersprüchlich, aber es sind die offenen Wendungen, das Momentane und eben nicht endgültige, denen ich als Künstlerin selber (nur) nachfolge, und das mit einer Neugierde, dass ich mich selber vergesse.


 © M.Meinold