Monika Meinold

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größere Abbildung oben:

09.2020, 16/finished turn


Auswahl aus der Zeichenserie:
August bis September

finished turns/statisch
90° turning
s/Diashow 

Bleistift auf Papier

Passepartout; Innenkreis/Format: Ø 20 cm/20 x 20 cm
Außenformat: 30 x 30 cm






Erste Erläuterungen zur Serie Connections 2020/im September 2020

Für die Serie Connections sollen bis zum Ende dieses Jahres insgesamt 121 Zeichnungen entstehen. Jedes Blatt wird während des Arbeitsprozesses mehrmals um 90 ° nach rechts bzw. nach links gedreht.
Diese Technik des Drehens entdeckte ich für mich Anfang der 90er Jahre/siehe unter:
vita/Über meine Zeichnungen

Das quadratische Blattformat lässt sich mit Hilfe dieser Herangehensweise, gleich einem Roulette-Kreiselspiel handhaben. Jedes Blatt ist ein Unikat.
Daran reizt mich, dass ich vorab nicht weiß (will's auch nicht wissen), wie sich der Prozess oder die Geschichte zum Ende hin entwickelt.

Die Bearbeitung einer Zeichnung kann mehrere Tage dauern. Ausschlaggebend hierbei ist für mich, dass der Ablauf möglichst offen bleibt. Das
Zufällige zulassen können, erfordert auch Achtsamkeit/Aufmerksamkeit.
Es benötigt ein gewisses Interesse, Risiken einzugehen, es wagen zu wollen mit der Konsequenz, am Ende verloren zu haben. Die vorab entstandene
schöne Darstellung oder das Gelungene wieder aufzugeben oder fallen zu lassen (indem
ich es durch die weitere Bearbeitung zerstöre), erfordert Wagemut beim Zeichnen.
Eigentlich wäre es ideal, den Moment zu
erhaschen oder den Zeitpunkt zu erwischen, beziehungsweise zu erkennen, wann der Siedepunkt erreicht ist (Beobachterinstinkt).

Vorlagen, wie BergsteigerInnen oder Hasengestalten, dienten mir als
Inspirationskick, um den Motor, also den Zeichenstift ans Laufen zu bringen.
Die Subjekte sind miteinander verbunden/verflochten, auch aneinander gekoppelt, ziehen sich an oder stoßen sich ab.
Es entfalten sich neue/undefinierbare Gestalten, eine Art Neuschöpfung, welche es faktisch nicht gibt.
Sie erinnern vielleicht an Tiergestalten, wie Eulen, Pferde, Stiere etc., aber weniger an die Gestalt eines Hasen oder Bergsteigers. Es entstehen
Zufallsgestalten.
 
Von Blatt zu Blatt werden im Grunde
short stories erzählt, diese bleiben aber zum Ende hin offen. Einige der bearbeiteten Blätter sind mit Graphitstrichen überhäuft; diese sind nicht mehr als Einzelstriche erkennbar. Aus dieser sogenannten zugemüllten Graphitmasse
entpuppt sich eine mysteriöse Massenform. Trotz ihrer Schwere und dem Nebulösen an ihnen, erscheinen diese Formen nicht verbarrikadiert. Vielleicht deswegen, weil der Bewegungsmoment noch in ihnen wohnt.


 © M.Meinold